Wie schnell geraten die guten Vorsätze in den Hintergrund, wenn es im Beruf wieder hektisch wird? Vergessen ist das Vorhaben abends zu joggen oder mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Die an uns gestellten Erwartungen und Anforderungen hindern uns am Durchatmen. Wir agieren nur noch, anstatt zu reagieren. Die eigenen Bedürfnisse scheinen auf der Strecke zu bleiben.

Lassen Sie uns bitte mal die negativen Gedanken und Empfindungen ausklammern, die eine hohe Anforderung an uns mit sich bringt und betrachten wir die positiven Aspekte. Warum kommt es zu einem erhöhten Arbeitspensum? Ich persönlich verbinde ihn mit einer Erhöhung der Nachfrage, einem hohen Auftragsvolumen und sich daraus resultierenden steigenden Umsätzen. Diese Entwicklung führt zu einem guten Einkommen bzw. höherem Gewinn und zu einem sicheren Arbeitsplatz.

Es ist doch völlig normal, dass das Arbeitspensum bei gleichem Manpower für jeden Einzelnen, bei einer höheren Auftragslage, ansteigt. Fallen Überstunden an und sie werden ausbezahlt führt dies zur Erhöhung des persönlichen Einkommens. Wobei die Sozialabgaben gnadenlos zuschlagen und die Frage erlaubt ist: War dieser Einsatz es wert? Nicht selten wird das zusätzliche Bruttoeinkommen bei der Auszahlung halbiert, da scheint der Freizeitausgleich verlockender. So unangenehm höchste Herausforderungen auch sind, wir können uns ihnen und dem entstehenden Stress im Beruf nicht immer entziehen. Umso wichtiger ist es, privat für den Ausgleich zu sorgen.

Stellen wir uns die Frage: „Was kann ich mir Gutes tun?“ Wenn wir in einer Lebensgemeinschaft leben, dann lassen sie es uns kommunizieren. Wir sollten nicht auf die Zähne beißen und denken: „Da musst du jetzt durch!“ Müssen wir es? Wer entscheidet darüber?

Ist es schlimm:

  • wenn wir spät nach Hause kommen und es nicht mehr schaffen, die Wäsche zu bügeln?
  • wenn der Staub noch einen Tag länger liegen bleibt?
  • wenn die Kinder nicht eine selbstzubereitete Mahlzeit erhalten, sondern der Pizzaservice klingelt?
  • wenn der Rasen die Möglichkeit erhält noch einen Tag länger zu wachsen?

Wir sind keine Rabenmütter oder –väter, wenn nicht alles zeitnah erledigt wird, und wir das Wichtige vom Unwichtigen trennen. Betrachten wir das Gegensteuern als Achtsamkeit und einem guten Verantwortungsgefühl gegenüber uns selbst.

Leider stoßen viele bei der Optimierung der Freizeit auf ein Problem. Im Laufe der Zeit sammeln sich immer mehr Termine an. Wir gehen für uns bzw. unsere Kinder Verpflichtungen ein, die wir nicht immer canceln können. Die Folge ist eine durchgeplante Woche mit vielen Terminen, kaum zu Hause schnell Essen, Hausaufgaben und dann zum Ballettunterricht, wenn es nur dieser wäre. Alle Aktivitäten fordern einen genauen Zeitplan und gutes Organisationstalent.

Machen wir uns eines bewusst: Freizeit – beinhaltet zwei Worte FREI und ZEIT! Die freie Entscheidung über unsere Zeit! Spätestens, wenn das Gefühl aufkommt, dass wir vor lauter Termine nur noch hetzten, dann sollte dringend entschleunigt werden. Hören wir aus unseren Körper? Wie fühlt er sich an? Nehmen wir private Termine mit Freude wahr oder stellen sie eher eine Last dar?

Vor Kurzem las ich einen interessanten Bericht. Die Generation, die momentan kleine Kinder hat, fühlt sich besonders stark dem Stress ausgesetzt. Es ist aber genau dieser Kreis, der seinen Nachwuchs durch zu viele Termine in der frühkindlichen Erziehung einer Überforderung aussetzt. Die Kinder reagieren mit Kopfschmerzen, Bauchkrämpfen, etc. Freies Spielen und kreative Auszeit – Fehlanzeige. Warum geschieht dies? Müssten gerade die betroffenen Eltern es nicht besser wissen?

Nutzen wir unsere Zeit daher außerhalb der Arbeit für den beruflichen Ausgleich in Form von:

  • Aktivitäten, die uns der Entspannung dienen,
  • gemeinsamen Erlebnisse mit der Familie und Freunden,
  • dem Innehalten.

Um auf die Fragestellung: „Wie geht es euch?“, nicht erwidern zu müssen: „Bis auf den Alltagswahnsinn, gut!“

Interessanterweise wird man im Duden oder auf Wikipedia auf der Suche nach dem Wort „Alltagswahnsinn“ nicht fündig. „Leider haben wir zu Ihrer Suche keinen Treffer gefunden.“ Lassen Sie uns daher den Begriff aus unserem Wortschatz streichen. Er hört sich für mich so negativ an. Der Alltag darf uns nicht wahnsinnig machen! Er ist der Normalzustand. Achten wir auf eine gesunde Balance zwischen Anforderungen bzw. Verpflichtungen und den eigenen Wünschen, um auf die Frage nach dem Wohlbefinden antworten zu können: „Mir geht es sehr gut!“

Mein Denkanstoß: Wie fühlt sich Ihr Alltag an?

Einen ausgeglichenen Alltag wünscht Ihnen

Ihre Beate Buck

Sie möchten meinen neusten Blogbeitrag  per Newsletter erhalten?

Anmeldung „denkanstoss-letter“
2017-07-29T20:50:22+00:00 25/07/2017|