Mädchen lieben Pink und träumen davon, Prinzessin zu sein. In den Spielzeugläden sind die Regale mit den Spielsachen für das weibliche Geschlecht gut sichtbar, es ist alles pink. Bei den Jungs stehen Autos, Actionfiguren und Bausätze hoch im Kurs. Es liegt nicht daran, dass beide Geschlechter von vornherein dieses Kinderspielzeug bevorzugen, sondern an unserem Verhalten. Wenn wir Kinder beschenken, greifen wir zum Altbewährten.

In den sozialen Medien wurde ein Film oft geteilt. Es ging um einen Versuch. Etwa Einjährige erhielten Kleider des jeweils anderen Geschlechts. Fremde wurden aufgefordert mit ihnen zu spielen. Auf dem Spielteppich lagen beliebte Kinderspielsachen. Was ist passiert? Der Junge im Kleidchen erhielt automatisch eine Puppe. Er fand sie super. Dem Mädchen mit T-Shirt und Hose wurden Autos gegeben. Auch sie spielte mit ihnen und hat sie großartig gefunden. Dieses Beispiel zeigt, wie eingefahren wir uns verhalten und wie tief in uns althergebrachte Rollenmuster sitzen.

Als meine beiden Jungs im Kleinkindalter waren, habe ich versucht ihnen beim Einkaufen Puppen schmackhaft zu machen. Bei der Fragestellung: „Möchtet ihr eine Puppe haben?“, schaute ich in verwirrte Gesichter. „Mama NEIN, schau, Puppen sind nur für Mädchen!“ Damit war für sie der Fall erledigt. Ich habe mir daraufhin das Regal genauer angeschaut. Auf jeder Verpackung mit Puppen waren Mädchen abgebildet. Für meine Jungs ein klares Zeichen, dass diese Spielsachen nicht für sie gedacht waren. Ein Buggy in blau fand den Weg in den Einkaufwagen. Er erwies sich als ideales Transportmittel für Autos.

Chancengleichheit beginnt in unseren Köpfen.

Zeigen wir Kindern die gesamte Palette der Spielsachen. Wecken wir ihre Neugier für alle Schulfächer. Unterstützen wir sie bei einer Berufswahl, die ihren Neigungen entspricht. Zeigen wir Schülern die Auswirkungen, die der gewählte Beruf auf ihre zukünftige Lebenssituation hat. Viele Mädchen entscheiden sich noch immer für schlecht bezahlte Berufszweige. Kommt es zu einer Familiengründung, dann ist es die Frau, die über ein geringeres Einkommen verfügt. Die logische Schlussfolgerung, aus finanzieller Sicht verständlich, ist, dass sie reduziert. Nur ist sie es, die später eine kleine Rente erhält und die Gefahr einer Altersarmut eingeht. Bei den Jungs stehen technische Berufe hoch im Kurs. Die Industrie lockt mit sehr guten Verdienstmöglichkeiten. Leider ist eine Arbeitsstelle im Zwei- oder Dreischichtbetrieb schwer mit Familie zu vereinbaren. Sie passt nicht zum natürlichen Schlafrhythmus und lässt keinen geregelten Familienalltag zu.

Bestärken wir unsere Kinder in ihren Entscheidungen, machen wir Ihnen aber auch die Folgen bewusst. Ermutigen wir sie, Wege zu gehen, die nicht geschlechtstypisch sind.  Nicht jedes Mädchen oder jede Frau gerät ins Entzücken bei der Farbe Rosa. Ich kann dieser Farbe auch nichts abgewinnen. Nicht jeder Junge ist handwerklich geschickt. Lösen wir uns von althergebrachten Rollenmustern für eine bessere Chancengleichheit für uns und unsere Kinder.

Mein Denkanstoß an Sie: Zu welchen Geschenken für Kindern tendieren Sie?

Auf Huffingtonpost finden Sie einen weiteren Beitrag von mir zum Thema Chancengleichheit:

Beitrag auf Huffingtonpost
2018-05-20T14:58:18+00:00 22/12/2017|