Immer wieder stoße ich auf Artikel zum Thema Chancengleichheit, die in den sozialen Medien heiß diskutiert werden. Es kommt zu einem regen Austausch unterschiedlicher Meinungen in den Social Media Kanälen. In diesem Zusammenhang finden oft Rechtfertigungen der eigenen Situation statt. Wir würden gerne, können aber nicht. Es werden Argumente angeführt, warum der momentane Zustand zwar unbefriedigend ist, aber er sich schnell nicht ändern wird.

Gründe finden sich:

  •  in den schlechten Rahmenbedingungen, um Familie und Beruf zu vereinbaren,
  • den fehlenden flexiblen Arbeitszeiten,
  • der ungleichen Bezahlung, etc..

Keine Frage, da ist noch viel Luft nach oben. „Aber was ist mit uns?“; frage ich Sie. „Sollen wir abwarten und hoffen, dass sich möglichst schnell etwas ändert?“ Aus meiner Sicht ein klares Nein. Richten wir den Blick auf uns. Welchen Beitrag können wir auf dem Weg zur Chancengleichheit leisten?

Schauen wir auf unsere private Situation. Wie sieht unser Familienleben aus?

  • Leben wir die Gleichberechtigung?
  • Tragen wir gemeinsam die Lasten des Alltags?
  • Unterstützen wir uns gegenseitig, wenn es zum Beispiel um die berufliche Weiterbildung geht?

Es stimmt mich nachdenklich, wenn Frauen über ihre Probleme bei der Vereinbarung von Familie und Berufstätigkeit berichten. Sie gehen gerne ihrem Beruf nach, aber erhalten vom Partner nicht die von ihnen erhoffte Unterstützung. Wir haben uns gemeinsam für Kinder entschieden. Sollten wir nicht gemeinsam einen Weg suchen, der beide glücklich macht? Warum ist es immer noch das weibliche Geschlecht, das zurücksteckt? Jeder hat das Recht auf Familie und eine berufliche Tätigkeit, die einen erfüllt. Wir dürfen es auch offen aussprechen: „Ja, ich möchte eine Partnerschaft, Kinder und Karriere.“ Wenn es darum geht, dass das Kind sehr früh in die Krippe kommt, sehen sich insbesondere Frauen der Frage gegenüber: „Ist dir dein Kind nicht wichtig?“. Zweifel tauchen auf, wenn es um die optimale Entwicklung des Kindes geht. Erfährt jedes Kind in der Gruppe genügend Aufmerksamkeit und Förderung?

Bedenken wir bitte, dass viele nicht mehr vor die Wahl gestellt werden, bleibt Frau zu Hause oder nicht. Fakt ist, dass das einzelne finanzielle Einkommen aufgrund der gestiegenen Kosten nicht mehr ausreicht. Beide Elternteile müssen zum Familieneinkommen etwas beisteuern. Leider führt der Wiedereinstieg der Frau in die Berufswelt zu einem Minijob oder zu einer Teilzeitstelle. Aus dieser Position heraus ist eine Karriere fast unmöglich, obwohl sie über eine gute Ausbildung und Berufserfahrung verfügt.

Betrachten wir die Problematik der beruflichen Unterbrechung aus Sicht eines Arbeitgebers.

Ein Unternehmer investiert viel Geld in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Wie viel Wissen liegt brach, wenn Familie und Beruf sich nicht vereinbaren lassen und es zu einer Kündigung kommt? Ist es nicht sinnvoll, hier einen Kompromiss zu finden, der sowohl die Arbeitnehmer als auch die Arbeitgeber zufriedenstellt? Sehen wir den Wunsch heutiger Frauen auf berufliche Entfaltung und den Wunsch nach einer Familie als Chance für die Gesellschaft an. Ein Blick auf die Alterspyramide in Deutschland verdeutlicht, dass in Zukunft die Arbeitskraft zum knappen Gut wird. Ermöglichen wir aber auch Vätern die stärkere Einbindung ins Familienleben und damit verbundener gleichberechtigter Kindererziehung.

Firmen, die den Mitarbeitern Rahmenbedingungen für eine gute Vereinbarung von Familie und Arbeit bieten, werden zu gefragten Arbeitgebern.

Mein Denkanstoß: Wird es nicht Zeit, stärker gemeinsam an einem Strang zu ziehen für eine Zukunft, in der Familie und Beruf sich gut vereinbaren lassen?

Ein weiteren Beitrag von mir zum Thema Chancengleichheit finden Sie auf Huffington Post Blog:

Huffington Post Blog: Chancengleichheit beginnt in unseren Köpfen

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2018-05-20T14:50:15+00:0018/02/2018|