„Früher war alles anders!“,  diese Aussage, hört man sehr oft. „Der Alltag war nicht so hektisch, die Anforderungen im Beruf nicht so hoch und man hatte mehr Zeit für sich und die Familie.“ Das ist eine weitverbreitete Meinung. Bei diesen Meinungsäußerungen schleicht sich das Gefühl ein, dass es auch besser war – früher.

„Ist dem wirklich so?“, frage ich mich.

Während meiner Schulzeit stand anfänglich noch Samstagvormittag vierzehntätig Schule auf dem Programm. Ich kann mich noch daran erinnern, dass der Samstag zur Wochenarbeitszeit gehörte. Tagesausflüge mit den Eltern konnten nur am Sonntag stattfinden. Früher gab es keine Waschmaschine, keinen Wäschetrockner, keine Geschirrspülmaschine, keinen Lieferservice, etc., ein paar technische Fortschritte und Dienstleistungen, die mir spontan einfallen und an die wir uns gewöhnt haben.

Ja, früher war vieles anders. Ich frage Sie: Gehört der Veränderungsprozess nicht zum Alltag? Ist nicht jeder Tag ein anderer? Der gestrige Tag unterscheidet sich vom heutigen und der morgige wird sicherlich nicht wie der heutige sein.

Unser Körper unterliegt einem Veränderungsprozess. Wie werden nie mehr so aussehen wie am heutigen Tag. Vielleicht entdecken wir morgen ein neues graues Haar? Sind da Sommersprossen, die wir gestern noch nicht hatten? Das persönliche Umfeld verändert sich im Laufe der Zeit. Die technische Entwicklung schreitet voran, unabhängig davon, ob wir sie als sinnvoll oder notwendig erachten.

Wir können uns dem persönlichen und technischen Wandel nicht verschließen. „Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel“, sagte bereits Charles Darwin.

Fortschritt veränderte schon immer die Arbeitswelt. Berufliche Qualifikationen waren plötzlich nicht mehr gefragt. Neue Berufe waren entstanden. Der Bedarf an Arbeitskräften wurde von einer Branche in eine andere verlagert. Nun befinden wir uns mittendrin in der Phase der Arbeitswelt 4.0. Es entstehen viele Berufe im digitalen Bereich. Andere Tätigkeiten werden in Zukunft nicht mehr benötigt.

Eines ist doch gewiss, die Vergangenheit ist vergangen. Wir haben zwei Möglichkeiten: Wir können ihr nachtrauern oder jeden Tag, jede Stunde, ja, jeden Augenblick als Chance betrachten und aktiv unser Leben gestalten.

Ist es nicht besser, sich auf freiwilliger Basis auf neu berufliche Möglichkeiten einzulassen als sich vor ihnen zu verschließen?

Lassen Sie mich Ihnen dazu meine Geschichte erzählen:
Vor ein paar Jahren war ich im Social Media nahezu unsichtbar. Tippen Sie heute meinen Namen ein, dann werden Sie feststellen, dass ich in fast allen Sozialen Netzwerken vertreten bin. Ich gebe zu, ich befinde mich zum Teil noch im Aufbaustadium. Früher habe ich mich vehement gesträubt einen Facebook Account anzulegen. Woher die Meinungsänderung? Ich habe die Chancen, die sich unserer Firma bieten, erkannt. Gemeinsam mit meinem Mann leite ich einen Handwerksbetrieb. Ein Eintrag ins Branchenverzeichnis und zwischendurch eine Anzeige in der Tageszeitung reichen bei weitem nicht mehr aus, um sichtbar zu sein. Ich habe mich schrittweise in die Thematik „Social Media“ anhand von Literatur, der Teilnahme an Workshops, etc. eingearbeitet. Mir bereitet es Freude, mich mit den neuen Themengebiete zu befassen.

Wir dürfen unsere Einstellung ändern, wenn wir bei näherer Betrachtung ein Potential erkennen.

Ich vertrete die Meinung, dass es besser ist voranzugehen als von den Mitbewerbern überholt zu werden. Jeder, der einer beruflichen Tätigkeit nachgeht, sollte immer wieder den Soll-/Ist-Vergleich anschauen. Wir müssen nicht alles umsetzen, aber anhören und auf uns bezogen betrachten, sollten wir es.

Sträuben wir uns dagegen, dann wundern wir uns bitte nicht, wenn andere die Erfolge verbuchen.

Gestalten wir aktiv unsere Zukunft. Gehen wir Veränderungen an. Im Zustand des Stillstands entwickeln sich keine neue Chancen. Henry Ford sagte: „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

Mein Denkanstoß an Sie: Betrachten Sie Veränderungen als Chancen?

Ich wünsche es Ihnen.

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2018-07-19T09:45:21+00:0023/04/2018|