Manchmal sind es keine Fachbücher oder Studien, die einen Gedanken auf den Punkt bringen, sondern ein Film.
Bohemian Rhapsody gehört für mich dazu. Die Geschichte von Queen und Freddie Mercury ist nicht nur musikalisch beeindruckend, sie zeigt auch etwas sehr Grundsätzliches.
Als Freddie Mercury nach einem gescheiterten Soloausflug zur Band zurückkehrte, wurde er gefragt, warum man ihn wieder aufnehmen sollte. Seine Antwort war sinngemäß: Weil ihr mir widersprecht.
Genau dieses Hinterfragen hat Queen stark gemacht.
Weiterentwicklung braucht Reibung
Wer’s allen recht macht, bleibt stehen. Das gilt in der Musik genauso wie im Handwerk – und auch im Marketing.
Gutes Marketing entsteht nicht dadurch, dass man Gewohntes einfach fortführt. Es entsteht, wenn Dinge hinterfragt werden:
die eigene Außendarstellung, die eingesetzten Maßnahmen, die Art, wie Kunden den Betrieb wahrnehmen.
Wer verstehen möchte, wie Kunden heute Handwerksbetriebe auswählen, findet im Beitrag: Wie finden Kunden heute Handwerksbetriebe? eine gute Einordnung.
Solange die Auftragsbücher voll sind, passiert das selten. Der Fokus liegt auf der täglichen Arbeit, auf Terminen, auf Projekten. Das Arbeiten am Unternehmen rutscht nach hinten.
Warum Routine kein gutes Marketing ist
Viele Marketingmaßnahmen im Handwerk sind über Jahre hinweg zur Gewohnheit geworden. Anzeigen, Einträge, Grüße, Sponsoring – oft wird fortgeführt, was man schon immer gemacht hat. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Routine.
Gleichzeitig hat sich das Verhalten der Kunden verändert. Sie informieren sich anders, vergleichen anders und entscheiden anders. Sichtbarkeit entsteht heute nicht mehr zufällig, sondern gezielt – dort, wo Kunden suchen und hinschauen.
Eine lange Firmengeschichte, gute Arbeit und zufriedene Bestandskunden sind eine hervorragende Basis. Aber sie ersetzen keine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Außenwirkung.
Marketing heißt, den eigenen Betrieb von außen zu betrachten
Gutes Marketing beginnt nicht mit Maßnahmen, sondern mit Haltung. Mit der Bereitschaft, sich selbst kritisch zu betrachten:
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Wirkt unser Betrieb so, wie wir wahrgenommen werden möchten?
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Ist klar, wofür wir stehen – und wofür nicht?
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Erreichen wir die Kunden, die wirklich zu uns passen?
Diese Fragen sind nicht bequem. Aber sie sind notwendig, um sich weiterzuentwickeln.
Fazit
Marketing im Handwerk bedeutet nicht, jedem Trend hinterherzulaufen oder alles neu zu machen.
Es bedeutet, offen zu bleiben für Veränderungen, Gewohntes zu hinterfragen und den eigenen Betrieb regelmäßig neu einzuordnen.
So wie Freddie Mercury seine Band brauchte, um besser zu werden, brauchen auch Handwerksbetriebe den kritischen Blick von außen – und den Mut, sich weiterzuentwickeln.
Wer Marketing nicht als Pflicht, sondern als Teil der eigenen Weiterentwicklung versteht, schafft die Grundlage für langfristige Sichtbarkeit und stabile Aufträge. Voraussetzung dafür ist Klarheit: darüber, wofür der Betriebe steht, welche Kunden wirklich passen – und welche nicht.
Warum genau diese Klarheit im Handwerk entscheidend ist und wie sie die Qualität von Anfragen spürbar verbessert, erläutere ich im Beitrag: „Warum es wichtig ist, seine Zielgruppe(n) zu definieren“

